WHY ARE YOU ALONE

WHY ARE YOU ALONE

Die Macht des Teufels

Was bringt Eifersucht
außer Tränen
Leid
Schmerz
und schlaflose Nächte
ein schlechtes Gefühl
Misstrauen
Du verlierst den Verstand
Deine Phantasie spielt verrückt
Deine Gedanken
haben Dich im Griff
Du gerätst außer Kontrolle
Bist nicht mehr Du
Hör auf
Hör auf
Hör auf Dein Herz
das Dir sagt
Das ist der Teufel
der zu Dir spricht
Er will Dich holen
Doch er bekommt Dich nicht

Tags: eifersucht

DIE WERS

PLAKAT

PLAKAT

"Ich versteh mich nicht. Mein Tinnitus ist zu laut."

— queermatters

Rückwärtslauf

Es gibt jemanden, den ich sehr liebe. Den ich wahnsinnig inspirierend finde. Er beschäftigt mich Tag und Nacht, ist mein letzter Gedanke bevor ich einschlafe und mein erster, wenn ich aufwache. Es ist, als hätte ihn jemand zu mir geschickt, als ich schon fast davon überzeugt war, dass es diesen Menschen nicht gibt. Diesen Menschen, der mir alles geben kann, und der mir trotzdem nicht zuviel wird. Der unglaublich aufmerksam ist und bei dem ich das Gefühl habe, er könnte in meine Seele blicken. Mit dem ich mich wohlfühle. Bei dem ich es liebe, wenn er mich in den Arm nimmt und festhält und ich keine Angst vor mir selbst haben muss, dass ich eines Tages weglaufe, weil ich nicht mehr atmen kann. Dieser Mensch ist, als wäre er nur für mich auf der Welt. Ich fühle, dass er zu mir gehört und zu mir passt wie kein anderer. Und trotzdem habe ich Angst. 

Ich fühle, wie die Zeit rückwärts läuft. Bis zu dem Tag, an dem er geht. Und deshalb lasse ich mich nicht darauf ein.

Tags: liebe angst

Ich bin intolerant gegenüber intoleranten Menschen

Das fiel mir auf, als ich neulich eine Strandpromenade entlanglief. Ich war schon fast richtig genervt von den Menschen in ihren spießigen Klamotten, die mir entgegenkamen. Von den schlecht gelaunten Menschen, die sich immer und überall über alles beschwerten. Niemand lachte, strahlte, machte Witze. Nirgendwo weit und breit war jemand in Sicht, der mal was richtig auffälliges, außergewöhnliches, beklopptes machte. Hallo? Diese Menschen haben eine STRANDPROMENADE VOR DER TÜR also bitte, was gibt es da noch für einen Grund für schlechte Laune?

Dann vor kurzem ein Gespräch in kleinem Kreis – über Schwule, Lesben und Kinderadoption. Da sagte doch tatsächlich jemand, den ich dazu auch noch sehr gern mag, er fänd das alles nicht gut, nicht normal, irgendwie komisch. Er könne diverse Dinge nicht verstehen, das sei alles nicht gesund, und so weiter. Da war ich wirklich entsetzt. Und dann fiel es mir auf. Ich rege mich auf. Über intolerante Menschen. Menschen, die anders denken oder anders sind als ich. Menschen, die vielleicht einfach nicht so glücklich sind wie ich. Ich bin auch nicht besser – oder?

Bitte kein Sex hier auf dem Friedberger Platz

Spezielles Verhalten macht jemanden zu einem speziellen Menschen. Manche haben es leichter, da sie vielleicht ein nicht ganz so großes Bedürfnis nach dem Speziellen haben. Nicht so sensibel sind. Ein dickeres Fell haben. Wahrscheinlich ist das Leben einfacher, wenn man dumm ist.

AGENTUR my big love

Es war Abend und ich noch in der Agentur. Nachdem ich die ganze Nacht Wildschweine gejagt hatte, war ich später zur Arbeit gegangen. Meine Mitbewohnerin hatte einen lockeren Job, war jahrelang Kassiererin im Supermarkt gewesen, doch nun hatte sie ein lukratives Jobangebot bekommen und ihren ersten Tag in einem großen Unternehmen, das wirklich gute Performance liefert. 

Sie schrieb mir eine Nachricht, dass ich bitte so schnell wie möglich nach Hause kommen sollte. Ich wusste, es musste sich um einen Notfall handeln. Der Prosecco war schon kaltgestellt und musste schnell getrunken werden, im Fernsehen kam die Katzenberger, allein raucht es sich nicht so toll, vielleicht war es auch die Langeweile, die sie nun fast umbrachte. Wie auch immer, ich packte meine Sachen. Die paar Entwürfe kriege ich auch morgen noch hin. Interessiert sowieso niemanden mehr. Selbst wenn ich morgen gar nicht kommen würde, das würden die nicht merken. Zumindest nicht die ganzen Chefs, die so sehr mit sich selbst und ihrem Schwanzvergleich beschäftigt sind, dass ihnen gar nicht auffällt, dass da eine sehr engagierte Art Directorin sitzt, die ihren Job bisher abgöttisch geliebt hat, aber seit sie nurnoch Schrott machen darf, es hasst, diesen uninspirierten Ort zu betreten. Ich wollte schöne Dinge machen. Dem Kunden stolz meine Werke präsentieren und ihn damit glücklich machen. Fotoshootings vorbereiten, zu Sprachaufnahmen fahren, meinetwegen Tag und Nacht in der Filmproduktion verbringen. Stattdessen wurde das Team aufgelöst, Wände eingerissen, rote Farbe an die Wand gepinselt. Ich wollte weg. Und so wurde ich Stewardess.

HOTEL

Ich saß am Fenster. Draußen hielt ein Mercedes. Eine Frau im Rock stieg aus, drückte dem Fahrer eine Visitenkarte in die Hand und stellte sich mit ihrem Softdrink an den Straßenrand. Während sie in ihrem Kalender blätterte, brachte ihr jemand einen Stuhl.